Schweizermeisterschaft 2010: Die Veranstaltung

Die "umgebaute" Maihofhalle

Die "umgebaute" Maihofhalle

Der Tanzsportclub Luzern hat in Zusammenarbeit mit dem Tanzzentrum TanzArt Ebikon die diesjährige Meisterschaft über alle Klassen und Kategorien zu einem tollen Tanzsport-Erlebnis gemacht! Den Luzernern ist es dank der aufwändigen Umgestaltung der Maihofhalle (im Rohzustand eine 3-fach-Turnhalle), der guten Organisation und dem abwechslungsreichen Rahmenprogramm bestens gelungen, dass sich die Tanzpaare und zahlreichen Zuschauer rundum wohl fühlten. Nie kam Hektik auf, alles lief wie geplant. Obwohl der Catering-Partner eine Woche zuvor kurzfristig ausgestiegen war… Die Helfer waren ausserordentlich freundlich und hilfsbereit, so dass man die Veranstaltung  voll geniessen konnte.
Lediglich das Format der Fläche gab bei einigen Standardpaaren Anlass zur Kritik. Statt einer nahezu quadratischen Fläche hätte eine deutlichere Aufteilung nach Längs- und Breitseiten eher den Vorstellungen der Paare entsprochen.

Durch das Programm führte wie immer äusserst charmant und professionell Willi Beutler. Für die Musik wurde Stephan Frehner verpflichtet, der wiederum eine tolle Musik-Kollektion speziell für die Schweizermeisterschaft zusammenstellte. In keiner Runde und in keinem Heat wurde die Musik wiederholt. Alles perfekt durchgeplant bis zu den Finals! Wie immer hat er für die Vorstellung der Paare, der Wertungsrichter und Siegerehrungen entsprechende Jingles erstellt die wie ein „Roter Faden“ durch die zweitägige Marathon-Veranstaltung führten. Eindeutig „to much“ waren jedoch die zu langen  „Musik-Übergänge“ von Tanz zu Tanz! Für die Paare war oft das Ende der Turniermusik (nach 1:30-2:00) nicht zu erkennen, da die Musik sogleich wieder auf die gleiche Lautstärke wie zuvor hochgestellt wurde. So beendeten die Paare mehrmals zu früh oder zu spät und mit sichtlicher Verunsicherung ihre Tänze. Die Musik wurde danach zu lange weitergespielt, was eindeutig zu unötigen Verzögerungen und zu grossen Wettkampfpausen führte. Wertungsrichter,  Publikum und Paare erduldeten diese auferlegten Zwangspausen unterschiedlich. Problematisch war danach auch der zu abrupte Übergang zum neuen Tanz. Oft war für die Paare der Auftakt der Stücke nicht zu erkennen. Somit wurde den Paaren unnötig erschwert ihre Choreografien korrekt auf die Musikbögen zu platzieren und damit eine optimale Musikinterpretation zu ermöglichen.

Nach 18 Jahren war die Schweizermeisterschaft wieder einmal zu Gast in Luzern. 1992 wurde die Standardmeisterschaft vom Tanzsportclub Pilatus im alten KKL durchgeführt. Damals wurden die Wettkämpfe noch getrennt ausgetragen, im Frühling Standard und im Herbst Latein.
Ein Vergleich der Startlisten von 1992 und heute zeigt die negative zahlenmässige Entwicklung im Schweizer Tanzsport deutlich auf. So schrumpfte die Standard Hauptkategorie von 63 auf 16 und die Senioren von 49 auf 27 Paare. Diese krassen Unterschiede bei den Teilnehmerzahlen lassen sich in vielen anderen Wettkampf-Sportarten auch aufzeigen, da heute für die Jugend ein wesentlich vielfältigeres Freizeitangebot zur Verfügung steht und man allgemein weniger bereit ist, sich intensiv mit der Aneignung von körperlichen Fähigkeiten zu  beschäftigen. Noch immer wird „Fun“ höher gewichtet als Leidenschaft. Erschwerend ist aber sicher der gesunkene Stellenwert des Gesellschaftstanzes!

Im Vergleich zur SM 2009 war die Steigerung von 9 auf 16 Paare in der Standard Hauptkategorie jedoch sehr erfreulich. Hoffentlich wurde damit eine Trendwende eingeläutet.
Ein Blick auf die Startliste von 1992 zeigt aber auch, dass zahlreiche Paare von damals der Tanzszene bis heute treu geblieben sind, teilweise noch immer oder wieder aktiv auf der Tanzfläche, als Funktionäre, Helfer oder als Besucher in der Maihofhalle. Somit bildete die diesjährige SM auch einen geeigneten Rahmen für das jährliche treffen der Tanzsportfamilie.

Der Veranstalter hat auf jeden Fall beste Werbung für unsern Tanzsport ermöglicht!
Hoffen wir, dass die Tanzsportfamilie bald wieder in Luzern empfangen wird…


Bericht:
Daniel Helbling und Reinhard Egli



Pressebericht in „Zentralschweiz am Sonntag“:

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Bericht ZaS

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