Weltmeisterschaft Latein in Maribor

Weltmeister Latein 2009: Alexey Silde & Anna Firstova (Russland)

Weltmeister Latein 2009: Alexey Silde & Anna Firstova (Russland)

Selten war der Ausgang einer Weltmeisterschaft so offen wie dieses Jahr. Im Vorfeld wurden 3-4 Paare als mögliche Nachfolger von Stefano Di Filippo & Anna Melnikova, die sich nach ihrem Sieg in Blackpool getrennt hatten und nun mit neuen Partnern bei den Profis starten, genannt.
89 Paare aus 51 Nationen waren am Start. Aus der Vorrunde wurden bereits 36 Paare, eine ungewöhnliche grosse Anzahl, direkt in die zweite Runde qualifiziert. Die restlichen 53 Paare mussten die Hoffnungsrunde bestreiten. Lediglich 12 Paare konnten die Wertungsrichter noch nachselektionieren. Die Anzahl der zu vergebenden Marks war dadurch also sehr gering, so dass im hinteren Drittel der Rangliste keine wirklich aussagekräftige Rangliste entstehen konnte. Schon ein Marks mehr oder weniger entschied gleich über mehrere Ränge und führte somit zu sehr vielen Exequo-Platzierungen.
Unsere beiden Schweizer Paare Hendrik Benninger & Eva Svobodova und Marcus Mnerinsky & Sophie Egli erreichten die Ränge 58-61 und 65-69.


Aktuelle Leistungstruktur

2. Rang: Zoran Plohl & Tatsiana Lahvinovich (Kroation)

2. Rang: Zoran Plohl & Tatsiana Lahvinovich (Kroation)

Bereits in der Vorrunde dieser Weltmeisterschaft war die grosse Leistungsdichte auffällig. Sogar die vermeintlichen Favoriten auf die Halfinalplätze konnten sich den Zuschauern nicht klar ins Blickfeld drücken. Man musste dieses Paare in der grossen Menge der sehr guten Paare schon aktiv suchen!
Im hinteren Feld sind lediglich ca. 10 Paare mit etwas abfallenden Leistungen auszumachen. Danach folgt ein grosser Pool mit ca. 50 Paaren mit vergleichbaren Leistungen. Somit besteht durchaus die Hoffnung, dass sich die Schweizer Spitze in den nächsten 1-2 Jahre wiederum in die ersten 48 Plätze oder sogar in die erste Ranglistenhälfte vorarbeiten kann.
Neben den Finalisten besteht im vorderen Drittel eine Gruppe mit ca. 30 Paaren mit sehr hohem Niveau, die alle eine Chance auf einen Halbfinalplatz haben.


Der Kampf der Favoriten

Ab der 24er-Runde positionierte sich Zoran Plohl & Tatsiana Lahvinovich (Slovenen die für Kroation starten) und Andrey Zaytsev & Anna Kuzminskaya (Russland) mit einer hervorragenden Präsenz als klare Titelanwärter. Alexey Silde & Anna Firstova (Russland), die Topfavoriten blieben weiter unspektakulär, konnten aber jederzeit mit einer technisch sehr seriösen Darbietung überzeugen. Auch die Lokalmatadoren Jurij Batagelj & Jagoda Štrukelj (Slovenien) wussten sich unter tosendem Applaus bestens in Szene zu setzen.
Völlig überraschend blieben Neil Jones & Ekaterina Sokolova (England), Finalisten in Backpool und beim International, als 13. im ¼-Final hängen! Ebenso überraschend, aber für viele Beobachter absolut berechtigt, konnten sich Sergey & Viktoria Tatarenko (Deutschland) auf den 7. Rang platzieren, vor den amtierenden Deutschen Meistern Timo Kulczak & Motshegetsi Mabuse (9. Rang).

 


Final

4. Rang: Jurij Batagelj & Jagoda Štrukelj (Slovenien)

4. Rang: Jurij Batagelj & Jagoda Štrukelj (Slovenien)

Im Final, vor allem in den beiden Solo-Tänzen Samba und Paso Doble, zeigten Alexey Silde & Anna Firstova überzeugend, wieso sie dieses Jahr die meisten Turniere gewannen! Sie wurden schlussendlich, zur Enttäuschung der Lokalbevölkerung, mit allen gewonnen Tänzen als neue Weltmeister gekürt.
Trotz der Enttäuschung zeigten Zoran Plohl & Tatsiana Lahvinovich (2. Rang) und Jurij Batagelj & Jagoda Štrukelj (4. Rang) beispielhaft wie man mit einer Niederlage „gentlemen-like“ umgeht! Ihre Gratulationen und Körpersprache waren jederzeit von Herzlichkeit und gegenseitigem Respekt geprägt.
Die eigentlichen Rising-Stars waren Andrey Zaytsev & Anna Kuzminskaya die sich als Bronzemedaillengewinner auf das Podest platzieren konnten. Die dynamische und verspielte Art dieses Paares waren eine wahre Tanzfreude. Andreys kraftvolles und doch geschmeidiges Tanzen, verbunden mit einer unglaublichen Isolationsfähigkeit im Oberkörper waren sehr beindruckend. Man darf gespannt sein, wie sich dieses junge Paar noch weiterentwickelt…


Andrey Zaytsev & Anna Kuzminskaya (Russland)

Andrey Zaytsev & Anna Kuzminskaya (Russland)

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Final:
1.  Alexey Silde & Anna Firstova   RUSSIA
2.  Zoran Plohl & Tatsiana Lahvinovich   CROATIA
3.  Andrey Zaytsev & Anna Kuzminskaya   RUSSIA
4.  Jurij Batagelj & Jagoda Štrukelj   SLOVENIA
5.  Martino Zanibellato & Michelle Abildtrup   DENMARK
6.  Gabriele Goffredo & Antoanella Goffredo   ITALY..

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Veranstaltungskonzept

 

Hendrik Benninger & Eva Svobodova

Hendrik Benninger & Eva Svobodova

Mit in die Veranstaltung integriert war ein Boogie-Woogie World-Cup des WRRC. Also genau der von der IDSF gewünschte Modellfall, der mit der Vision 2012 aufgezeigt wird. Weg vom alleinigen Standard- und Latein-Tanzen, hin zu kombinierten Anlässen mit zBsp. Boogie-Woogie, Rock’n Roll, Disco Swing, HipHop oder anderen Tanzarten.
Auch das Showprogramm wurde dementsprechend vielfältig mit einer Rollstuhlformation und einem Tango-Paar mit einem blinden Tänzer ergänzt.
Ablaufmässig war die Veranstaltung top organisiert, ausser dass man tatsächlich vergessen hatte für die Wettkämpfer eine Verpflegungsmöglichkeit anzubieten…

Marcus Mnerinsky & Sophie Egli

Marcus Mnerinsky & Sophie Egli

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Boogie-Woogie World-Cup

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Francesco Secchi & Sonja Emch

Die Boogie-Paare begeisterten die Zuschauer ab dem ersten Takt. Die spielerische Tanzfreude und der Schalk war enorm ansteckend.
Mit dabei auch ein Schweizer Paar Francesco Secchi & Sonja Emch. Sie konnten sich bis ins Halbfinale vorarbeiten, traffen jedoch in der KO-Runde chancenlos auf die Weltmeister und späteren Gewinner William Mauvais & Maeva Truntzer (Frankreich).

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William Mauvais & Maeva Truntzer (Frankreich)

William Mauvais & Maeva Truntzer (Frankreich)


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