Premiere für das neue Wertungs-System 2.0

Das neue Wertungs-System 2.0 wurde als Konzept bereits vor einem Monat vorgestellt. In den vergangenen vier Jahren hat der WDSF systematisch alle Erfahrungen und Feedbacks der Tänzer und Wertungsrichter gesammelt und ausgewertet. Aufgrund dieser vielen Inputs wurde das System weiterentwickelt und die neuen Grundlagen auch in die Informatik-Systeme integriert.
In der Testphase wurden hunderte von Tänzen ab Video bewertet und weitere Verbesserungen eingebracht.

Mit dem neuen System will man folgende Punkte der Bewertung wesentlich verbessern:

  • Transparenz
  • Objektivität
  • Nachvollziehbarkeit

Den Wertungsrichtern soll eine noch grösser Rechenschaftspflicht auferlegt werden. Die Turnierpaare sollen einen sofortiges, nachvollziehbares und konstruktives Feedback erhalten.

 

 

Beispiel der neuen Live-Bewertung auf EUROSPORT

 

Premiere in Cambrils

Nun wird das Judging-System 2.0 erstmals in Cambrils bei den beiden GrandSlams Standard & Latin eingesetzt!
Insgesamt sind nun 12 Wertungsrichter (bisher 9) im Einsatz. Und neu bewerten die WR in 4 Gruppen mit je 3 WR nur eines von vier Teilgebieten! Bisher mussten die WR 5 Teilbereiche bewerten…

Das Judging System 2,0 umfasst nun nur noch 4 Komponenten. Je zwei im Bereich Technik/Performance und zwei im Bereich künstlerische Qualität:

  • Technical Quality – TQ
  • Movement to Music – MM
  • Partnering Skill – PS
  • Choreography and Presentation – CP

Die 12 Wertungsrichter werden also in vier Gruppen eingeteilt und jede Gruppe von drei Wertungsrichter muss nur eine Komponente beurteilen. Die Komponenten werden nach dem Zufallsprinzip den Gruppen unmittelbar vor jedem Tanz zugeordnet.

Die Wertungsrichter (3 WR pro Teilbereich) haben weiterhin die Möglichkeit in einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 10 (Outstanding) zu bewerten. Zur weiteren Differenzierungen können auch 0.5er-Schritte vergeben werden. Für jede Komponente wird ein Durchschnitt aus allen drei Bewertungen der drei WR berechnet. Wobei jeweils die höchste und die tiefste Bewertung nur zu 50% in die Berechnung einfliessen.

Durch die Konzentration auf nur eine Komponente wird die Belastung der Wertungsrichter mit dem neuen System wesentlich reduziert und die Eingabe in die Touch-Screen-Terminals kann unter viel geringerem Zeitdruck erfolgen.
Dies führt dazu, dass das neue Judging System 2.0 nicht nur für Solo-Tänze anwendbar ist, sondern auch für ganze Heats! Selbst bei bis zu 8 Paaren hat der WR nun genügend Zeit jedes Paar individuell in einer Komponente zu bewerten.
Das ermöglicht endlich das neue Bewertungs-System bereits ab dem Viertel-Final einzusetzen.
Im Final werden daher nur noch drei Tänze solo getanzt und zwei in der Gruppe. Und die drei Solo-Tänze werden jeweils pro Turnier, wie auch die Startreihenfolge der Paare, ausgelost. Die Reihenfolge der fünf Tänze im Finale wird immer gleich ausgeführt: Solo-Solo-Group-Solo-Group.

Zur Vorbereitung des ersten Einsatzes wurden die 12 Wertungsrichter umfassend geschult.
Die Umsetzung und die Präsentation des neuen Formates wird mit Spannung erwartet!

 

Beispiel der neuen Live-Rangliste

 

Konsequente Weiterentwicklung

Das neue Judging-System 2.0 ist wiederum ein wichtiger Meilenstein für den Tanzsport.
Auch wenn nicht alle Punkte von Beginn weg perfekt funktionieren sollten, geht es weiterhin darum Erfahrungen zu sammeln und daraus konsequente Weiterentwicklungen abzuleiten.

Gespannt darf man vor allem sein, ob die Wertungsrichter in der Lage sein werden, blitzschnell von Tanz zu Tanz in eine andere Wertungs-Komponente umzuschalten. Die Grundidee einer neuen Zuordnung pro Tanz bringt vor allem bei den Solo-Tänzen keine vergleichbaren Bedingungen für die einzelnen Paare. Eine Zuordnung pro Runde bringt allenfalls mehr Konstanz. Doch auch hier gilt: Erfahrungen sammeln und bei Bedarf optimieren.

Wichtig ist, dass das alte archaische Wertungs-System endlich mit einem innovativen Ansatz aufgebrochen wurde!
Bot doch das alte Prinzip „gefällt mir / gefällt mir nicht“ unzählige Möglichkeiten für verdeckte Machenschaften. Auch wenn diese nur von einem sehr geringen Teil von WR „gepflegt“ wurden. Alleine die Möglichkeiten zur Spekulation gefährdet jede Sport- und Kunst-Art in ihrer Reputation.

Der Standard- & Latein-Bereich hat allzu lange an alten Traditionen festgehalten und sich gegen jegliche Optimierungen bezüglich Transparenz und Glaubwürdigkeit verschlossen. Jede andere Tanzsport (wie Rock’n’Roll, Boogie, Salsa, HipHop usw.) hatte längst ein höher entwickeltes Wertungs-System im Einsatz. Separate Bewertung des technischen und künstlerischen Bereichs und vollständige Transparenz welcher WR wie bewertet, gehört längst zum Standard.

Der WDSF hatte sich mit der Vision eines neuen Wertungs-Systems einer grossen Herausforderung gestellt und ist auf dem Weg diese erfolgreich zu bewältigen. Auch wenn es noch Jahre dauern wird, bis wenigstens Teile der die Schlüssel-Elemente (Transparenz, Objektivität, Nachvollziehbarkeit) von den GrandSlam-Turnieren an die Basis-Turniere gelangen werden. Der Grundstein ist gelegt und ermöglichte mit EUROSPORT auch neue Wege in der Vermarktung des Tanzsportes zu gehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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